Eine Klausurtagung auf der Yacht ist ein Format für die Führungsebene, die die nächsten 12 Monate plant. Kein „Ausflug in die Natur“ und keine klassische Klausur. Es sind dichte Halbtages-Einheiten mit Moderation — auf dem Wasser und in einem Besprechungsraum am Steg — verdichtet auf 2–3 Tage. Der Ansatz ist von Tech-Unternehmen entlehnt: OKR-Planung, Pre-Mortems, Parallel Pathing, Entscheidungsrahmen.
Das Vormittags-Slot ist strategische Arbeit. Eine zertifizierte Moderatorin oder ein zertifizierter Moderator (häufig MBA mit 10 Jahren Big-Four- oder Tech-Erfahrung) führt die Sitzung entlang der abgestimmten Agenda. Whiteboard, Flipcharts, Videokonferenz für jene, die nicht anreisen konnten. C-Level-Niveau — keine Folien-Inszenierung, sondern direktes Gespräch über Prioritäten, Budgets und Restrukturierung.
Das Nachmittags-Slot ist Segeln. Nach dem Mittagessen geht das Team für 4–5 Stunden aufs Meer. Das ist keine Unterhaltung, sondern Teil des Formats: Das Gespräch läuft in informeller Umgebung weiter, ohne Krawatte und ohne Schuhe. Entscheidungen, die im Besprechungsraum nicht entstehen, werden oft an Deck geboren. Wir sehen das in 7–8 von 10 Fällen.
Das Abendessen an Land ist das dritte Slot. Die Moderation bleibt bei der Gruppe, hilft, die Entscheidungen des Tages festzuzurren, und bereitet die Zusammenfassung für den nächsten Morgen vor. Nach 2–3 Tagen verfügt das Team über einen dokumentierten Aktionsplan für das Jahr, von jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer unterschrieben. Kein „besprechen wir zurück im Büro“.